1.500.000  Steine verbaut

Das Kirchspiel Rütenbrock feiert das 150jährige Kirchweihjubiläum Foto: A. Terborg

Die Kirche in Rütenbrock wird 150 Jahre alt

Rütenbrock. Mit einem Festgottesdienst mit Weihbischof Johannes Wübbe als Hauptzelebrant und der musikalischen Umrahmung durch den Projektchor der Gemeinde wird am kommenden Sonntag, 15. September 2019 um 10:30 Uhr das 150ste Kirchweihjubiläum der kath. Pfarrkirche in Rütenbrock begangen. Um die Lebendigkeit und Vielfältigkeit des öffentlichen Lebens auch 150 Jahre danach zu zeigen, sind hierzu besonders auch die Vereine  – sofern vorhanden mit ihren Fahnenabordnungen – eingeladen. Nach dem Gottesdienst findet ein Frühschoppen vor der Kirche statt.

Der Bau der Sankt Maximilian Kirche in Rütenbrock vor über 150 Jahren begann mit Superlativen. So wurden 1.500.000 Steine in der damaligen Altenberger Ziegelei bestellt. Es hätten vermutlich auch zwei Millionen werden können, wenn es nach den Gemeindemitgliedern des Kirchspiels Rütenbrock gegangen wäre, das damals die Gemeinden Rütenbrock, Lindloh, Schwartenberg, Altenberge und Teile von Emmer- Compascuum (NL) umfasste. Der renommierte Sögeler Architekt J. B. Hensen sollte eigentlich – nach dem Vorbild der Kirche in Lindern – einen Bau mit Querhaus planen. Daraus wurde jedoch nichts, weil der damalige Bischof von Osnabrück Paulus Melchers so einen großen Kirchbau nicht genehmigte. Trotzdem entstand ein stattliches neugotisches Gotteshaus, dessen Dimensionen beeindrucken: So haben Maurer berechnet, dass eine einzige Schicht Steine reicht, ein komplettes Einfamilienhaus zu bauen und man mit so viel Steinen über 100 Einfamilienhäuser nach heutigem Maßstab errichten könnte. Die im Jahr 1869 eingeweihte Kirche war für die verhältnismäßig junge Gemeinde eine grandiose Gemeinschaftsleistung, die großen Bürgersinn erkennen ließ. Schon ein Jahr früher, 1868 wurde in Ermangelung einer Orgel eigens für die Einweihung der heutige St. Maximilian Kirchenchor gegründet, der sein 150jähriges Bestehen bereits im letzten Jahr ebenfalls mit einem Festgottesdienst feierte. Das Gotteshaus bot seinerzeit über 800 Menschen Platz. Der war notwendig, um die Gläubigen, die den Kirchenraum – so ist überliefert – jeweils immer füllten, sonntags in drei Messen unterzubringen. Dies zeugt nicht nur von Gemeinschaftsgeist, sondern auch von einer wesentlich tieferen religiösen Bindung. Ob die Menschen unserer Tage zu so einem Projekt noch fähig wären? Die Menschen in dritter Generation nach Gründung der Moorkolonien (1788)  haben diese grandiose Gemeinschaftsleistung geschafft. Mit dem Bau der Pfarrkirche St. Maximilian haben sie dem Kirchspiel ein weithin sichtbares Wahrzeichen geschenkt, das zwar im Inneren einigen Veränderungen unterlag, sich außen jedoch immer noch in ihrer alten Schönheit präsentiert.

Bildunterschrift: Das Kirchspiel Rütenbrock feiert das 150jährige Kirchweihjubiläum

Das Kirchspiel Rütenbrock feiert das 150jährige Kirchweihjubiläum
Foto: A. Terborg

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