Das Frachtsegelschiff Avontuur erreicht den Hafen von Montreal

Ankunft Montreal Foto: Timbercoast

Elsfleth. Am Samstag, den 14.10.17 erreichte die Avontuur den Hafen von Montreal. Das einzige deutsche Frachtsegelschiff aus Elsfleth war im Juli von Niedersachsen nach Frankreich gesegelt, um seine zweite Reise als Symbol für sauberen Seetransport anzutreten. In La Rochelle wurden nachhaltige Mode und Waren an Bord geladen, um diese für das Warenhaus „Port Franc“ nach Kanada zu verschiffen.

Der klimafreundliche Transport durch das Segeln von Waren durch die Avontuur wird nach der Ankunft vom Unternehmen Port Franc durch Elektro –LKWs und Lastenfahrräder sauber weitergeführt. Damit entsteht eine klimafreundliche Transportkette von der Produktion bis zum Kunden. Jeder kann nachvollziehen wie die Waren ihr Ziel erreichen – nämlich auf sauberem Weg.

Port Franc hat seinen Sitz in Montreal, von wo handgefertigte Qualitätsprodukte von Frankreich nach Nord Amerika importiert werden. An Bord der Avontuur befinden sich Champagner von Nicolas Feuillatte, Segelmode von Guy Cotten, Jeans und andere nachhaltige Mode (fair fashion) aus Frankreich, und französische Stoffe, aus denen Kostüme für das Entertainment-Unternehmen Cirque du Soleil hergestellt werden.

La Rochelle gilt als „Frankreichs grüne Hauptstadt“. Die Touristenattraktion im Südwesten Frankreichs arbeitet seit 40 Jahren daran sich nachhaltig zu entwickeln. Mit Elektroautos, autofreiem Tag, vielen Bikestationen mit Solarbetrieb und einem weit ausgebauten Busnetz nimmt La Rochelle in Frankreich eine ökologische Vorreiterrolle ein.

Von hier startete am 07.08.17 die nachhaltige Reise der Avontuur und ihrer 16köpfigen Crew. In den 8 Wochen über 4.500 Seemeilen gab es nur einen kurzen Zwischenstopp in Santa Cruz de La Palma. Von den Kanaren ging es im Eiltempo auf direktem Weg nach Kanada. Für den Kapitän und seine junge Besatzung war es bis zu den Neufundlandbänken eine phänomenal schnelle Reise mit bis zu durchschnittlich 6 Knoten, doch kaum in Kanada angekommen mussten sie sich fast zwei Wochen gegen meist stürmische Winde, steilen Seegang, starke Tidenströme, Nebel und hohes Verkehrsaufkommen den St Laurent River stromaufwärts kämpfen.

„Glücklicherweise ist ihnen bei der Überquerung des Atlantiks keiner der zahlreichen Hurricanes, bzw. deren Ausläufer in die Quere gekommen. Insgesamt eine hart erkämpfte, starke Leistung! Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen an Bord und an Land, die diese Leistung möglich gemacht haben und nachhaltigen Seetransport weiter tatkräftig unterstützen!“, sagt Timbercoast-Geschäftsführer Cornelius Bockermann.


Trotz des Erfolges hat es Timbercoast schwer auf dem Markt zu bestehen und nur eine Kombination verschiedener Modellen halten das Unternehmen und damit die Avontuur über Wasser. In erster Linie finanziert sich das Unternehmen über Firmen, die ihre Ware mit dem Frachtsegelschiff sauber transportieren, also segeln lassen. Die Preise dafür sind ganz unterschiedlich: je nach Route, Quantität variieren die Transportkosten. Anteilseigner können ab 1000 Euro Anteile am Schiff erwerben um die Idee zu unterstützen. Mittlerweile hat das Schiff mehr als hundert sogenannte Sharehoulder. Neben der 7-köpfigen Crew hat die Avontuur noch 9  Kojen an Bord, die sogenannte Shipmates für ein nachhaltiges Frachtsegelschiffabenteuer buchen können und um an Bord segeln zu erlernen. Neuerdings vertreibt das Unternehmen auch eigene gesegelte Waren wie den „Avontuur sailed Rum Ed.1“,  ein Rum von den Kanaren, der in einem Familienbetrieb auf La Palma gebrannt, aus lokalem Zuckerrohr und mit der Avontuur zweimal über den Atlantik gesegelt wurde. Den gesegelten Rum wurde in Bremen abgefüllt und ist in Elsfleth und online erhältlich. Alle Gewinne aus dem Verkauf fließen direkt zurück in den Betrieb der Avontuur.

Das Frachtsegelschiff Avontuur wird im November nach Frankreich zurückkehren um dann in die Karibik zu segeln.  Ab sofort werden dafür Buchungen für Ladung und Besatzung angenommen.

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