KUNSTHALLE OSNABRÜCK

Andrea Mastrovito: Still von NYsferatu - Symphony of a Century, Videoanimation, 67:00 min, 2017 Courtesy der Künstler und More Art, NY

Andrea Mastrovito
Symphonie eines Jahrhunderts
11. Februar – 2. April 2018
Pressetermin: Freitag, 9. Februar, 11 Uhr
Eröffnung: Sonntag, 11. Februar, 11 Uhr

Ab 11. Februar 2018 erwartet den Besucher der Kunsthalle Osnabrück mit Andrea Mastrovitos Produktion „Symphonie eines Jahrhunderts“ ein künstlerischer Forschungsbeitrag zur Archäologie der Angst: Wie entsteht Angst, wie äußerst sie sich und wer verbreitet sie, wie ist man im Laufe der Jahrhunderte mit ihr umgegangen und wie, wo und warum begegnet man ihr heute – das sind die Fragen, die den italienischen Künstler dazu bewegt haben, sich drei Jahre lang der Produktion von „NYsferatu“ zu widmen.

Der aus 35.000 Zeichnungen bestehende Animationsfilm geht zurück auf Fritz Murnaus „Nosferatu“ aus dem Jahr 1922 und wurde in Zusammenarbeit mit 12 Künstlern angefertigt. Murnau hatte den Plot des Films dem 1897 erschienen Roman „Dracula“ des irischen Autors Bram Stoker entliehen. Während in der historischen Vorlage die Geschichte des furchterregenden Fremden aus dem Osten vom Britischen Königreich in das Deutschland der Zwischen-Weltkriegsjahre verlegt wird, versetzt Mastrovito die Geschichte der Protagonisten – Helen, Hutter und dem Fremden – in die USA des 45. Präsidenten. Mastrovito liefert mit seinem Animationsfilm eine moderne Migrationsgeschichte. Andrea Mastrovito lebt seit 2014 in New York. „NYsferatu“ wurde erstmals im August 2017 im Queens Museum New York und im Oktober 2017 im Rahmen des Rome Film Fest gezeigt.

Informationen zum New Yorker NYsferatu-Projekt: https://www.nysferatu.org

In der Kunsthalle Osnabrück erhält der Film seine Deutschlandpremiere. Andrea Mastrovito will den Film im Chor des Kirchenschiffs auf eine Wand projizieren, die aus rund 5.000 Büchern besteht, die aus den Beständen der Stadtbibliothek Osnabrück stammen. Literaturkenner und Leser aus Osnabrück und Umgebung sind aufgerufen, Buchtitel zu Angst einflößenden Themen aus den Bibliotheksbeständen auszusuchen und Empfehlungen für die Bücherwand zu geben.

Ausführliche Informationen zu dem Aufruf: kunsthalle.osnabrueck.de

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Musik der Hochschule Osnabrück (Lehrstuhl für Jazzgitarre) wird es vier Live-Musik-Aufführungen geben. Die Urban Outreach Band der Jazz-Klasse von Frank Wingold begleitet eine der zentralen Arbeiten der Ausstellung: den Stummfilm „NYsferatu. Symphony of a Century“.
Die Musik für den Stummfilm NYsferatu wurde von Simone Giuliani komponiert.

Termine der Sonntags-Martinée:  18. Februar, 4. März, 18. März, 1. April – jeweils von 11-12 Uhr.
Die Teilnahme an den Konzerten ist im Eintrittspreis zur Ausstellung inbegriffen.

Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung besteht aus einem farbigen Fenster für das Forum der Kunsthalle Osnabrück, das Mastrovito – inspiriert von Albrecht Dürer – eigens für die „Symphonie eines Jahrhunderts“ anfertigt hat. Die Besucher erwartet  außerdem eine ortspezifisch Arbeit im Kirchenschiff, bestehend aus einem dichten Gewebe von Assemblagen aus Möbeln, Zeichnungen, Büchern und Schallplatten, einer künstlerischen Rekonstruktion von Mary Shelleys Frankenstein anhand eines Archivs von Frankenstein-Ausgaben.

Kuratiert wird die Ausstellung von Julia Draganović: „Andrea Mastrovito ist ein Zeichner, der mit leichter Hand die unterschiedlichsten Materialien zu bearbeiten weiß und mit Witz und Intelligenz auch schwierige Themen, wie die momentan allgegenwärtige Angst einer visuellen Analyse unterzieht, ohne dieselbe damit weiter zu schüren“, so die Direktorin der Kunsthalle Osnabrück.

Die Ausstellung wird gefördert von den Freunden der Kunsthalle Osnabrück und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Veranstaltungsadresse:

Kunsthalle Osnabrück
Hasemauer 1
49074 Osnabrück

kunsthalle.osnabrueck.de

Öffnungszeiten
Dienstag 13 bis 18 Uhr
Mittwoch bis Freitag 11 bis 18 Uhr
am zweiten Donnerstag im Monat: 11 bis 20 Uhr
Samstag/Sonntag 10 bis 18 Uhr

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen