Eigener Sonnenstrom für vier Bistums-Kitas

Auf dem Flachdach der katholischen Kindertagesstätte „St. Barbara“ haben die Stadtwerke Osnabrück eine Photovoltaikanlage installiert, die einen Großteil des Strombedarfs der Kita deckt. Foto: Herrmann Haarmann

Stadtwerke und Bistum Osnabrück ziehen erste Solar-Bilanz

Gleich vier Kindertagesstätten des Bistums Osnabrück erzeugen und nutzen ihren eigenen Sonnenstrom. Im Frühjahr hatten die Stadtwerke Osnabrück auf den Kita-Dächern jeweils eine Solaranlage inklusive Stromspeicher installiert – finanziert aus dem „Klimacent“-Topf ihres speziellen Ökostromtarifs. Nicht nur aufgrund des diesjährigen Vorzeige-Sommers fällt die erste Solarbilanz der Kitas positiv aus.

„Einen besseren Start für die Solarpartnerschaft konnten wir uns kaum wünschen“, freut sich Ralf Schlüter, Diözesanbaumeister und im Bistum für das Thema Klimaschutz zuständig. Im März und April waren die Solaranlagen der Kitas „Liebfrauen“ in Eversburg, „St. Wiho“ in Hellern, „St. Ansgar“ in Nahne und „St. Barbara“ am Westerberg ans Netz gegangen. Dank der zusätzlich installierten Speicher konnten und können die Kitas den Sonnenstrom nicht nur erzeugen, sondern auch speichern und dann nutzen, wenn er auch gebraucht wird. Der sogenannte Autarkiegrad – die Höhe des Eigenverbrauchsanteils am selbst erzeugten Strom – liegt bei allen vier Kitas bislang zwischen 50 und 80 Prozent. „Die Kitas sind schon jetzt regelrechte Vorzeige-Solarstrommanager“, so Schlüter. „Aufs ganze Jahr gesehen – also inklusive der Wintermonate – wird die Eigenverbrauchsquote natürlich noch ansteigen.“

Schlüter und seine Kollegin Sara Pohlmann, Referentin für Bauangelegenheiten in den Osnabrücker Kirchengemeinden, freuen sich dabei auf die Solar-Partnerschaft mit den Stadtwerken Osnabrück, die ganz gezielt auf das Bistum zugegangen waren. „Hinter unserem Engagement steckt unser Anspruch, die Sonnenstromerzeugung im Stadtgebiet weiter auszubauen“, erläutert Stadtwerke-Energievertriebsleiter Eckhard Reimler. „Diesen Anspruch noch mit einem umweltpädagogischen Ansatz zu verbinden, ist doppelt gut.“ Mittels des städtischen Solarkatasters „Sun Area“ hatten sich die Stadtwerke daher insbesondere auf die Suche nach geeigneten Kita-Dachflächen gemacht – und dabei bei den vier Bistums-Kitas aufgrund der geeigneten Rahmenbedingungen wie Dachgröße und -ausrichtung noch Potentiale entdeckt.

Das Stadtwerke-Engagement steht zudem auf einem breiten gesellschaftlichen Fundament: dem „Klimacent“ und dem damit verbundenen Partnermodell. Jeder Kunde eines speziellen Stadtwerke-Ökostromtarifs zahlt freiwillig einen Cent pro verbrauchter Kilowattstunde obendrauf. Den „Klimacent-Topf“ stocken die Stadtwerke mit 25.000 Euro jährlich auf. „Die Gesamtsumme fließt dann komplett in regenerative Erzeugungsprojekte in Osnabrück – wie aktuell in unser laufendes Kita-Sonnenstromprogramm“, so Eckhard Reimler. Sieben Kita-Dächer haben die Stadtwerke in den zurückliegenden Monaten mit Solaranlagen inklusive Stromspeicher bestückt – alle mit finanzieller Unterstützung der Ökostromkunden. „Im Herbst folgt mit der Kita ‚Heilig Geist‘ am Sonnenhügel die fünfte Bistums-Kita in Osnabrück“, ergänzt Sara Pohlmann.

Die Stadtwerke haben sich für alle „Solar-Kitas“ zusätzlich ein kleines passendes Kampagnenmotto einfallen lassen: Alle Kitas dürfen sich „Sonneküken-Kita“ nennen und werden entsprechend ausgezeichnet. Mehr zum Sonneküken-Programm der Stadtwerke und auch zum „Klimacent“-Ökostromtarif der Stadtwerke gibt es auch im Stadtwerke-Blog unter www.swo.de/blog; mehr zum SOLARkomplett-Angebot unter www.swo.de/solarkomplett.

Das Bistum Osnabrück hat im Jahr 2008 von seinen rund 1.280 Gebäuden 590 Energiegutachten erstellt, die dann als Grundlage für eine energetische Ertüchtigung der Gebäude diente. Bis heute sind ca. 420 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von zwölf Millionen Euro realisiert worden. 2012 wurde ein Klimaschutzkonzept für das Bistum erarbeitet, das u.a. Maßnahmen zu energetischen Gebäudesanierungen und zu den Bereichen Mobilität, Windkraft und Photovoltaik beinhaltet. Darüber hinaus nimmt das Bistum aktuell am „1000-Ladesäulen-Programm“ der Deutschen Energieagentur zur Optimierung der Elektromobilität teil.

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