Emsland: Landrat weist Vorwürfe zurück

Bevölkerung durchweg umfassend informiert – Messungen seit 18. September

 

Meppen. Landrat Reinhard Winter verwahrt sich ausdrücklich vor der Behauptung in der NOZ vom 5. Oktober 2018, der Landkreis Emsland habe die Bevölkerung und Einsatzkräfte über mögliche Gesundheitsgefahren durch den Moorbrand am 19. September falsch informiert und weist diese deutlich zurück: „Das ist belegbar nicht wahr. Offenbar ist hier nicht gründlich recherchiert worden. Es liegen Messungen vom 18. September vor, die zeigen, dass weder Bevölkerung noch Einsatzkräfte einer akuten Gesundheitsgefährdung ausgesetzt waren“, betont der Landrat.

Die Messungen seien vom 18. auf den 19. September durch den ABC-Gefahrenzug des Landkreises Leer im Auftrag der Bundeswehr durchgeführt worden. In diesen Tagen war die stärkste Rauchentwicklung zu verzeichnen gewesen. Es wurden vorrangig die Kohlenmonoxidwerte bestimmt, die als zentrale Leitparameter bei Brandgeschehen gelten und Grundlage für eine Einschätzung einer akuten Gefährdung sind. Eine akute Gefahrensituation für die Bevölkerung hat sich aus den Messergebnissen nicht ergeben. Präventiv hat der Landkreis Emsland aber am 18. September dazu aufgerufen, vorsorglich Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Die getroffene Einschätzung, dass keine akute Gesundheitsgefährdung vorlag, hat das Niedersächsische Landesgesundheitsamt, Abteilung Umweltmedizin, mitgetragen und schriftlich bestätigt: „Zusammenfassend wurden bei den systematischen Messungen des ABC-Zuges der Feuerwehr Leer insbesondere im Bereich der Wohnbebauung keine Messwerte erhoben, die Anlass zur Annahme einer akuten Gesundheitsgefahr für Bevölkerung oder Einsatzkräfte (bei Beachtung der allgemeinen oder speziellen Warnhinweise) gegeben hätten.“

 

Die Messungen im Auftrag der Bundeswehr sind bis zum 20. September fortgeführt worden. Anschließend haben vom 21. September an im Auftrag des Landkreises Emsland Messungen durch den ABC-Zug Leer stattgefunden, die allesamt so ausfielen, dass daraus eine akute Gesundheitsgefährdung nicht abzuleiten war.

Darüber hinaus hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (NRW) im Namen der durch die Innenministerien Niedersachsen und NRW initiierten Amtshilfe ab dem 22. September weitere Untersuchungen an verschiedenen Messpunkten durchgeführt. Sie dauerten bis zum 24. September an. In diesem Zusammenhang haben kontinuierlich Luftqualitätsmessungen nach unterschiedlichen Komponenten stattgefunden. Zudem sind zur Beurteilung von Staubniederschlägen aus dem Brandfall Wischproben entnommen und untersucht worden. „Die Ergebnisse liegen uns seit gestern im Detail vor. Zusammenfassend können wir sagen, dass die Messwerte hier durchweg unauffällig waren und allesamt unterhalb der festgelegten Richtwerte lagen“, hält Winter fest.

Es sei ihm darüber hinaus wichtig, darauf hinzuweisen, dass alle Entscheidungen in Abstimmung mit den eingebundenen Facheinrichtungen getroffen worden seien. „Wir haben unsere Entscheidungen nach eingehenden Gesprächen und Abwägungen getroffen, die immer davon geleitet waren, die Bürgerinnen und Bürger sowie die Einsatzkräfte, die außerordentliche Arbeit geleistet haben, zu schützen“, betont Winter.

Auch sei die Pressemeldung des Landkreises Emsland von der Internetseite nicht aktiv gelöscht worden. Am 19. September war eine Internetseite zur schnellen und komprimierten Information eingerichtet worden, die nach Ende des Katastrophenfalls deaktiviert wurde. Bei der technischen Umstellung sind Artikel kurzzeitig nicht einsehbar gewesen. Alle Daten und Pressemeldungen sind im Pressearchiv unter www.emsland.de zu lesen.

Nicht nachvollziehbar ist für Landrat Winter der Umstand, dass jetzt Spezialisten der Bundeswehr das Gelände der WTD gezielt nach weiteren Belastungen untersuchen. „Es kann nicht sein, dass es der Bundeswehr erst jetzt einfällt, dass möglicherweise radioaktiven Strahlung oder giftige Schwermetalle freigesetzt wurden, die eventuell als Gefährdung für die Bevölkerung oder für unsere Einsatzkräfte einzustufen sind. Wir fordern die Bundeswehr daher auf, eine lückenlose Aufklärung zu betreiben und alle Messdaten umgehend zu veröffentlichen“.

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