Arbeitskreis informiert über häusliche Gewalt

In einem Fachvortrag zum Thema „Häusliche Gewalt bei Kindern – Folgen und Behandlung des Traumas?“ stellte Dr. Christoph Matthaei die verschiedenen Formen von häuslicher Gewalt und deren Folgen vor. PR-Foto

Fachtagung in der Marienhausschule findet zum zehnten Mal statt

 

Meppen. Bereits zum zehnten Mal haben sich Schüler der Marienhausschule im Rahmen einer zweitägigen Fachtagung mit dem Thema „Häusliche Gewalt (be)trifft immer auch Kinder“ beschäftigt. In diesem Jahr waren erstmals neben angehenden Erziehern auch angehende Heilerziehungs- und Altenpfleger dabei.

Organisiert wurde die Fachtagung von der Marienhausschule gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“ des Kommunalen Präventionsrates der Stadt Meppen. „Im Schulalltag sind wir regelmäßig mit häuslicher Gewalt konfrontiert. Deshalb freut es mich besonders, dass in diesem Jahr auch unsere angehenden Heilerziehungs- und Altenpfleger anwesend sind“, betonte Schulleiterin Eva-Maria Meyer bei der Begrüßung an Tag eins der Fachtagung. Auch Bürgermeister Knurbein, Schirmherr der Fachtagung, hob die Wichtigkeit des Arbeitskreises hervor: „Seit der Gründung im Jahr 2000 hat der Arbeitskreis bereits viel bewirkt. Wir können stolz darauf sein, dass wir die Fachtagung über die vergangenen zehn Jahre etablieren konnten“. Auch er habe als Polizist vielfach Erfahrungen mit häuslicher Gewalt gemacht und wisse daher, wie schwierig die Situation vor Ort in den Familien sein kann. Deshalb sei es umso wichtiger, dass den Schülern während der Fachtagung das „nötige Rüstzeug für den beruflichen Alltag“ mitgegeben werde, schloss sich auch Elisabeth Mecklenburg, Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Meppen, Ihren Vorrednern an.

Zur Einführung in die Fachtagung zeigten die Veranstalter einen Film mit dem Titel „Wenn sie nur täte, was ich will…“, im Anschluss daran stellten sich die Mitglieder des Arbeitskreises vor.  Das Angebot der Mitglieder reicht von Beratungsangeboten für Eltern über Hilfen speziell für Kinder und Jugendliche, bis hin zu Angeboten für Menschen mit Behinderung sowie Unterstützungsangeboten für Frauen während der Schwangerschaft. Aber auch die Vermittlung der Betroffenen an weitere Hilfseinrichtungen zählt zu den Aufgaben des Arbeitskreises.

An die Vorstellung des Arbeitskreises schloss sich ein Fachvortrag zum Thema „Häusliche Gewalt bei Kindern – Folgen und Behandlung des Traumas?“ von Dr. Christoph Matthaei, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, an. In seinem Vortrag stellte Dr. Matthaei anhand von drei Praxis-Beispielen die verschiedenen Formen von häuslicher Gewalt sowie ihre Folgen und entsprechende Behandlungsmöglichkeiten vor. In seiner langjährigen Tätigkeit als Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin hat Herr Matthaei bereits verschiedenste Symptome von häuslicher Gewalt bei Kindern behandelt und nicht immer lägen die Ursachen direkt auf der Hand. „Umso wichtiger ist es, dass wir ein Netzwerk, wie hier in Meppen, schaffen konnten“, lobte Dr. Mathhaei die Arbeit der Mitglieder des Arbeitskreises.

Die Besucher der Fachtagung durchliefen im Anschluss in Kleingruppen verschiedene Fachforen in der Marienhausschule Meppen. Dort wurden Sie durch die Mitglieder des Arbeitskreises über die Arbeitsweisen in den Einrichtungen informiert. Daran schloss sich eine Podiumsdiskussion an, in welcher die Schüler und der Arbeitskreis gemeinsam eine exemplarische Fallbearbeitung  durchführten.

agung beinhaltete eine Vertiefung der Thematik in verschiedenen Workshops. Durchgeführt wurden diese u.a. durch Lehrkräfte der Marienhausschule, aber auch durch externe Mitgestalter. Zum Abschluss der zweitägigen Fachtagung präsentierten die Schüler ihre Workshop-Ergebnisse im Theater Meppen.

Ein Resümee der Fachtagung ist eindeutig: „Wer schlägt, muss gehen“. Dies ist auch der Leitspruch der Polizei, wie Sina Selter vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Meppen den Teilnehmern vermittelte. Außerdem wurde den Teilnehmern bewusst gemacht, dass häusliche Gewalt in allen sozialen Schichten vorkommt und es die Aufgabe eines jeden ist, nicht wegzuschauen, sondern im Rahmen der eigenen Möglichkeiten Hilfe und Unterstützung anzubieten.

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