Crowdfunding: 91% Verlängerungsquote

VFL

Die 411 aktuellen Crowdfunder des VfL Osnabrück hatten bis zum 30. Juni die Möglichkeit zu wählen: Das Lizenzdarlehen auszahlen lassen oder zu gleichen Konditionen um ein weiteres Jahr verlängern. Die Verlängerungsquote beträgt 91 Prozent!

Im vergangenen Jahr haben sich 411 Crowdfunder für eine Verlängerung des ursprünglich im Mai 2014 gewährten Lizenzdarlehens entschlossen, in diesem Sommer verlängerten 375 ihre finanzielle Unterstützung um ein weiteres Jahr bei bei einer attraktiven Verzinsung von 3% pro Jahr. Dem VfL stehen damit über den 30.06.2019 hinaus rd. 175.000 Euro zur Verfügung. Alle bis dahin nicht verlängerten Lizenzdarlehen werden vom VfL automatisch auf das dafür angegebene Konto überwiesen – inklusive der 3%igen Verzinsung.

„Im Namen des VfL Osnabrück bedanke ich mich bei allen Fans und Wegbegleitern unseres Traditionsvereins, die im Mai 2014 mit ihrer Beteiligung an diesem bis dahin im deutschen Profifußball einmaligen Crowdfunding ein Zeichen gesetzt haben. Gemeinsam ist es uns gelungen, den VfL 2014 vor dem Untergang zu retten und fünf Jahre später in die 2. Bundesliga zu führen. Wir haben bewiesen, was möglich ist, wenn wir zusammenhalten.“, erklärt VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend. „Ebenso herzlichen Dank an alle Crowdfunder, die ihr Lizenzdarlehen um mein weiteres Jahr verlängert haben. Das ist ein starkes Signal und hilft uns dabei, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des VfL in seiner ersten Zweitligasaison nach acht Jahren stabiler zu machen.“

Zwei Sterne für das Nachwuchsleistungszentrum

Bei der Zertifizierung des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) durch „double pass“ in Beauftragung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat der VfL Osnabrück erstmals in seiner Geschichte zwei Sterne erreicht.

Das Nachwuchsleistungszentrum durchlief mittlerweile zum vierten Mal den Prozess der Zertifizierung, erstmals erreichten die Lila-Weißen dabei eine Bewertung mit zwei Sternen. Überprüft wurde das NLZ in den Dimensionen Leitungsebene, operatives Management, Fußballausbildung, Ressourcen und Effektivität – insgesamt wurden rund 700 Einzelkriterien überprüft.

Als besondere Stärken stellten die externen Auditoren die entwickelten übergeordneten Spielprinzipien heraus, die den roten Faden für die Ausbildung, aber auch die Basis für die sportliche Ausrichtung des Gesamtvereins bilden. Anhand praxisnaher Unterprinzipien ist eine variable Anwendung in Training und Wettkampf möglich. Besonders durch die Rekrutierung des Trainerteams für die Lizenzmannschaften aus dem NLZ und der räumlichen Nähe zwischen Profis und Nachwuchs besteht eine enge Verzahnung mit der NLZ-Leitung inklusive Integration in die Abläufe der Lizenzabteilung.

2012 hat das Leistungszentrum des VfL Osnabrück letztmals einen Stern als Bewertung innerhalb der Zertifizierung erhalten. Seither galt das NLZ des VfL lediglich als anerkannt, weil sich die Anforderungen an ein Leistungszentrum stetig weiterentwickelt haben, der VfL hat mit dieser Entwicklung aber nicht Schritt halten können. Als Erkenntnis daraus wurden ab 2014 sukzessive die nötigen Entwicklungsschritte eingeleitet, die nun im Ergebnis die Bewertung mit zwei Sternen nach sich zogen. Insgesamt erfüllt das NLZ gehobene Qualitätsanforderungen in der Zertifizierung. Die gelebte einheitliche Fußballphilosophie im Grundlagen-, Übergangs- und Leistungsbereich zieht sich bis hin zu den Profis, wo Daniel Thioune und Merlin Polzin als im Leistungszentrum ausgebildete Trainer arbeiten und die Kompetenz im Klub gehalten werden konnte. Die Durchlässigkeit der eigens ausgebildeten Spieler innerhalb des NLZ und insbesondere die Heranführung respektive Integration in den Lizenzfußball sowie die Personalstabilität wurde dabei hervorgehoben.

„Der VfL Osnabrück verfügt bekanntermaßen über eingeschränkte infrastrukturelle, personelle und finanzielle Ressourcen. Auch deshalb sind die zwei Sterne für das NLZ innerhalb der Zertifizierung besonders hoch einzustufen, da sich die Bewertung insbesondere aus der herausragenden inhaltlichen Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gesamten Teams ergibt“, so Benjamin Schmedes, der als Sportdirektor des VfL Osnabrück die Gesamtverantwortung für den Bereich Sport trägt.

NLZ-Leiter Alexander Ukrow sagt: „Es liegt ein sehr intensiver Zertifizierungsprozess hinter uns. Die Bewertung mit zwei Sternen erfüllt mich mit Stolz für das gesamte Team bestehend aus festangestellten und zum Großteil ehrenamtlichen Mitarbeitern, die sich mit viel Herzblut für den Fußballnachwuchs der Region einsetzen.“

VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend unterstreicht: „Ich bedanke mich herzlich bei allen Verantwortlichen und dem unglaublich engagierten Team unseres Nachwuchsleistungszentrums für die hervorragende Arbeit, die durch die zwei Sterne der Zertifizierung entsprechend gewürdigt wird. Die Bewertung der Auditoren dokumentiert die sehr gute inhaltliche Arbeit, die Empfehlungen zeigen gleichzeitig aber auf, dass insbesondere die infrastrukturellen Bedingungen unzureichend sind, um den Anforderungen im deutschen Lizenzfußball gerecht zu werden und das potenzielle Leistungsvermögen unserer Nachwuchsarbeit auch auszuschöpfen. Hier haben wir den größten Handlungsbedarf, wenn wir uns zu einem wettbewerbsfähigen Zweitligisten entwickeln wollen.“

Die Auszeichnung für das NLZ mit zwei Sternen wirkt sich wirtschaftlich auf die Förderung durch den Deutschen Fußball-Bund für die Saison 2018/19 aus, die sich zusammensetzt aus dem grundsätzlichen Sockelbetrag für ein anerkanntes NLZ, den Einsatzminuten von eigens und fremd ausgebildeten U21-Spielern sowie der Bewertung mit zwei Sternen in der aktuellen Zertifizierung.

Allgemeine Informationen zur Zertifizierung

Seit der Saison 2007/08 wird die Zertifizierung in Deutschland durch externe Auditoren durchgeführt. Der Kriterienkatalog ist auf Basis des PASS Systems und zahlreichen Expertenbefragungen aufgebaut. Dies erfolgte im Austausch mit Vertretern der verschiedenen Fachdisziplinen, Vertretern von DFB und DFL sowie Vertretern der Leistungszentren. Im Vorfeld erhalten die Clubs den erarbeiteten Kriterienkatalog und haben hierbei die Möglichkeit, eine Selbstanalyse vorzunehmen und ihre eingereichten Unterlagen fachgerecht zuzuordnen. Die Ergebnisse des Audits werden in einem individuellen Bericht dargelegt und im Post-Audit vertieft.

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