Landkreis Emsland stellt Versorgung mit Schutzgütern sicher

Qualität, Preis und Standard müssen stimmen

 

Meppen. Zwar weisen die von Bund und Ländern vorgenommenen und weiteren in Aussicht gestellten Lockerungen darauf hin, dass die Corona-Pandemie unseren Alltag nicht mehr ganz so sehr im Klammergriff hat wie die Wochen zuvor. Aber die Hygiene- und Abstandsregeln sind noch immer wichtig für den Gesundheitsschutz und darum zwingend einzuhalten. Und auch die Einrichtungen im Gesundheitsbereich achten während ihrer Arbeit genau auf die Umsetzung der erforderlichen Standards. Aber wo kommen die dafür notwendigen Schutzgüter wie Masken, Einmalhandschuhe, Schutzbrillen und Schutzanzüge her?

Der Landkreis Emsland unterstützt Einrichtungen des Gesundheitswesens und alle kritischen Infrastrukturen bei der Versorgung mit diesen Schutzgütern, wenn deren Beschaffungsmöglichkeiten wegen der Krisensituation weggebrochen sind. Noch immer sind Verfügbarkeiten begrenzt, ist die Versorgungslage teilweise angespannt. Behördliche Anfragen und Bedarfe können dennoch sichergestellt werden. Ein Team im Krisenstab ermittelt regelmäßig den Bedarf u. a. bei Krankenhäusern, Rettungsdiensten, in der Altenpflege und bei Ärzten. Aber auch Schulen gehören zu den bis zu 600 „Kunden“ des Versorgungsteams. So wurden rund 12.000 kleinere für Grundschulkinder geeignete Mehrwegmasken an die Jahrgänge der Klassen 1 bis 3 ausgegeben. Für Schüler ab der vierten Klasse wurden etwa 80.000 Mehrwegmasken abgerufen.

Bei einem Ausbruchsgeschehen können im Notfall binnen weniger Stunden Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen mit den benötigten Materialien versorgt werden. So geschehen kurz vor Ostern, als eine Klinik mit allen angeschlossenen Gesundheitseinrichtungen Schutzgüter für die Versorgung über die Feiertage anforderte. Auch am Wochenende ist das Team im Einsatz. Kurzfristiger Bedarf beispielsweise von Ärzten im Notdienst wird mit „Care-Paketen“ erfüllt, die Schutzanzüge, Desinfektionsmittel und Schutzbrillen enthalten.

Aus dem gesamten Bundesgebiet werden die Materialien, die im Emsland gebraucht werden, beschafft. Da unterstützt das Technische Hilfswerk auch von Fall zu Fall als „Kurierdienst“ und holt die Güter in die Region. Es lasse sich aktuell feststellen, dass sich der Markt für Schutzgüter im Gegensatz zu den ersten Wochen der Coronapandemie inzwischen leicht entspannt habe. „Das Material ist nicht mehr ganz so knapp wie am Anfang der Krise. Die Beschaffung ist aber nach wie vor aufwändig, denn es ist eine genaue Recherche notwendig“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf. Gerade auch, weil schwarze Schafe unter den weltweiten Anbietern seien, müsse jeder Kontakt sehr genau geprüft werden. Qualität, Preis und gewisse Standards müssten bei der Ware erfüllt werden.

Besonders erwähnenswert seien die zahlreichen Sachspenden wie Masken und Schutzanzüge, die von Unternehmen, Vereinen und Verbänden geleistet worden seien, berichtet Burgdorf. „Ich danke herzlich für diese Hilfe, die zur richtigen Zeit kam und Engpässe vermeiden half“, sagt Burgdorf.

Insgesamt hat der Landkreis Emsland seit Arbeitsaufnahme des Krisenstabs am 6. März über 59.300 Schutzoveralls und -kittel, rund 249.600 Mund-Nasen-Schutz, mehr als 68.260 Atemschutzmasken und rund 18.000 Liter Desinfektionsmittel an Einrichtungen des Gesundheitsbereichs und kritische Infrastrukturen verteilt. Dieses Material lagerte wie alle anderen Schutzgüter auch u. a. in einem gut bewachten Gebäude auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle in Meppen, das die Bundeswehr dem Landkreis Emsland zur Verfügung gestellt hat. In den ersten Wochen der Coronakrise habe sich das Team insbesondere um den Aufbau einer Logistik kümmern müssen. Was ist in den Kartons, die geliefert wurden? Wo kommt das hin? Wo liegt was? – diese Fragen galt es zu klären. „Wir haben keine Roboter und Barcode-Scanner wie manche Internetriesen“, erläutert das Team. Die hat es letztlich aber auch nicht gebraucht, um die kreisweite Verteilung von Schutzgütern erfolgreich umzusetzen.

Gesundheitseinrichtungen können sich bei Fragen und weiteren Anmeldungen von Notbedarfen an den Landkreis Emsland unter der E-Mail-Adresse notbedarfe@emsland.de wenden.