Ideenschmiede Hafen

Foto: Niedersachsen Ports/Christian O. Bruch

Oldenburg. Wie sieht die Zukunft in den niedersächsischen Häfen aus? Niedersachsen Ports forscht dazu an innovativen Lösungen. Zwei Kooperationsprojekte der Hafengesellschaft wurden in diesen Tagen bewilligt, ein Drittes verlängert und ein viertes zum Jahresende erfolgreich abgeschlossen.

n den Projekten geht es vor allem um Energie und Digitalisierung. Neue Technologien bieten wirtschaftliche und ressourcenschonende Lösungen für den Hafenbetrieb. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft untersucht NPorts die Trends der Hafenentwicklung von morgen.

Wasserstoff aus Windkraft
In Norddeutschland steht Wind als erneuerbare Energie in großen Mengen zur Verfügung. Bisher fehlt es jedoch an Lösungen, wie Windkraft gespeichert, transportiert und genutzt werden kann. Hier setzt das Projekt „WASH2Emden – Innovative und umweltfreundliche Wasserstoffanwendungen im Seehafen Emden“ an: Bei der Energiewende spielt Wasserstoff eine wichtige Rolle. Als Energieträger kann das Gas zukünftig Windkraft speichern. Auf diese Weise geht überschüssiger Wind nicht verloren. Schwankende Windstärken werden ausgeglichen. In einer Studie untersucht NPorts, wie Wasserstoff aus Windkraft gewonnen und wo es im Hafen verwendet werden kann. Denkbar ist, das Gas als Antrieb von Schiffen und Fahrzeugen einzusetzen. Wenige Tage nach dem der Bewilligungsbescheid bei der Hafengesellschaft eingetroffen ist, sind in einer Auftaktveranstaltung in Emden am letzten Montag mit den Partnern erste Schritte festgelegt worden. Gefördert wird das IHATEC-Projekt (Innovative Hafentechnologien) vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Wasseraufnahmen in 3D
Ziel des zweiten IHATEC-Projektes sind automatisierte 3D-Aufnahmen von Bauwerken über und unter Wasser. Auf diese Weise werden zum Beispiel Schäden an Spundwänden leichter entdeckt. Taucher können direkt zu den beschädigten Stellen schwimmen und dort Reparaturen vornehmen. Das Verfahren erleichtert auch die Dokumentation der Prüfungen. Kernstück des Projektes ist die Digitalisierung der Bauwerksinspektion. „Wir wollen, dass unsere Häfen sicher und jederzeit erreichbar sind. Wir nutzen digitale Technologien, um Bauwerks- und Kostenplanung zu optimieren“, erklärt Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG. Projektpartner sind die Ingenieurbüros dhp:i und WKC Hamburg, das Geodätische Institut der Leibniz Universität Hannover sowie die Fraunhofer-Einrichtung für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP.

Dual Ports
Die Häfen an der Nordsee nachhaltig gestalten, darum geht es im Projekt DUAL Ports. Häfen aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Schottland und Dänemark beteiligen sich daran. Hierbei hat NPorts eine innovative Maßnahme zur intelligenten und nachhaltigen Beleuchtungssteuerung im Emder Hafen erfolgreich umgesetzt. Daneben sind Einzelmaßnahmen, Konzepte und Strategien für eine nachhaltige Entwicklung der niedersächsischen Häfen erarbeitet und umgesetzt worden.

Finanziert wird das Projekt durch das europäische INTERREG-Programm. DUAL Ports wurde – danke der guten Ergebnisse – verlängert und kann sich seiner neuen Aufgabe widmen: Ein zukunftsfähiges Konzept, um die Sedimente in Häfen sauber zu halten. Die Ergebnisse des Konzepts könnten auf andere Häfen angewendet werden, da Umweltschadstoffe in vielen europäischen Häfen ein Problem sind. „Die Kooperation über Ländergrenzen hinweg ist uns wichtig. So lernen und profitieren wir voneinander“, betont Holger Banik.

LED/LEP
Welches Leuchtmittel ist am besten geeignet, um den besonderen Herausforderungen für die Beleuchtung in Häfen zu begegnen und gleichzeitig den Anspruch an eine nachhaltige Hafenentwicklung gerecht zu werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Projektpartner NPorts, bremenports, JadeWeserPorts und BLG in den letzten drei Jahren im LED/LEP-Projekt. In unterschiedlichen Versuchsreihen an Eisenbahnanlagen, Schleusen, Container- und Stückgutlagern wurden die drei Leuchtmittel Natriumdampflampe, LED (light emitting diode) und die LEP (light emitting plasma) auf unterschiedliche Kriterien hin untersucht. Lichtqualität. Lichtausbeute, Arbeitssicherheit, Energieeffizienz, wenig störende Auswirkungen auf das Leben von Insekten: Die Kriterien für den Einsatz von Licht im Hafen sind vielfältig. Auf einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung in Bremerhaven wurde ein Fazit gezogen. Bei Neuanlagen sind LED-Leuchten gegenüber anderen Leuchten zu bevorzugen. Auch für die Insektenfreundlichkeit ist warm-weißes LED-Licht von Vorteil. Dies führte auch bei NPorts zu der Entscheidung, die Beleuchtung in den Häfen schrittweise auf LED umzustellen. Das Projekt wurde aus Mitteln der Metropolregion Nordwest unterstützt.

 

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