Schutz für Freie: Medien stehen in der Verantwortung

Symbolfoto

Berlin.  Der Deutsche Journalisten-Verband weist aus aktuellem Anlass darauf hin, dass die Medien als Auftraggeber freier Journalistinnen und Journalisten für deren Schutz sorgen müssen. „Wenn Freie bedroht oder beleidigt werden, stehen Sender und Verlage in der Pflicht, ihnen juristische Unterstützung zu leisten“, verlangt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Hintergrund sind die Drohungen gegen den freien Journalisten Danny Hollek im Zusammenhang mit der „Umweltsau“-Satire des WDR und die Vorwürfe des freien Journalisten Richard Gutjahr gegen den Bayerischen Rundfunk. Digitalpionier Gutjahr wirft dem Sender in einem offenen Brief vor, ihn allein gelassen zu haben, als er Opfer von Morddrohungen und Verschwörungstheoretikern wurde. Der DJV hatte daraufhin auf Twitter gefordert, dass sich der BR-Rundfunkrat mit Gutjahrs Kritik befassen muss – „lieber heute als morgen“. Es gehe grundsätzlich um die Fürsorgepflicht von Medienunternehmen gegenüber den Freien. Die Zurückweisung des offenen Briefs durch einen Sprecher des Senders am Neujahrstag nennt Überall „reflexhaft und völlig unangemessen“. Das Thema gehöre vielmehr auf die Agenda der Rundfunkräte aller öffentlich-rechtlichen Anstalten.

Der DJV-Vorsitzende weist darauf hin, dass freie Journalistinnen und Journalisten als DJV-Mitglieder in beruflichen Angelegenheiten Rechtsschutz genießen. „Das ist unser Service für die Kolleginnen und Kollegen. Der DJV ist aber nicht der Lückenbüßer für Sender und Verlage, die sich auf unsere Kosten aus der Verantwortung für ihre freien Mitarbeiter stehlen wollen.“

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen