Vermeintlich selbstständige Subunternehmer wohnen auf einer Baustelle

Foto:  Hauptzollamt Osnabrück

Zoll stellt umfangreiches Beweismaterial bei Durchsuchungen in Osnabrück sicher

Osnabrück (ots) Im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchsuchten 27 Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Osnabrück am 11. April 2019 mehrere Wohnungen in der Stadt Osnabrück.

Die Maßnahmen richteten sich gegen einen 40-jährigen Geschäftsführer aus der Baubranche, der zum Zweck der Einsparung von Sozialabgaben vermeintlich selbstständige Subunternehmer aus Osteuropa beschäftigte, obwohl diese tatsächlich in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis zu ihm standen und somit der Verdacht der Scheinselbstständigkeit vorliegt.

Auf der Suche nach Beweisen führten die Zöllner auch eine Durchsuchung in einer Sammelunterkunft durch, wo die vermeintlich selbstständigen Subunternehmer untergebracht waren.

Dort wohnten fünf Osteuropäer auf einer Baustelle. Sie schliefen auf alten Betten mit ebenso alten Decken und Matratzen. Boden- und Wandbelege waren nicht vorhanden und die Treppen und Geländer in der Unterkunft sind aus Brettern selbst gebaut worden. Bei einem weiteren Durchsuchungsobjekt sollte es sich um einen Lagerraum der Baufirma handeln. Doch auch hier wohnten vermeintliche Subunternehmer des Beschuldigten unter unwürdigen Umständen. Der Vermieter der Lagerräume hat bereits angekündigt, dass er dem Beschuldigten aufgrund der vertragswidrigen Nutzung außerordentlich kündigen wird.

Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter auch Computer, die durch Spezialkräfte des Zolls für IT-Forensik ausgewertet werden.

Im Rahmen der Maßnahme wurden die vermeintlich selbstständigen Subunternehmer als Zeugen eingehend vernommen.

Die Auswertung der Beweismaterialien und Vernehmungen wird vermutlich noch Monate in Anspruch nehmen.

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