Wechsel an der Gewerkschaftsspitze im Nordwesten

IG BAU Weser-Ems Christian Wechselbaum
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Christian Wechselbaum ist neuer Chef der IG BAU Weser-Ems

Neuer Chef bei der IG BAU im Nordwesten: Christian Wechselbaum heißt der neue Regionalleiter der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Weser-Ems. Der 38-Jährige übernimmt den Posten von Holger Bartels, der die Region übergangsweise geführt hatte. „Ganz oben auf der Agenda steht der Einsatz für die Beschäftigten in unseren wichtigen Branchen – dem Baugewerbe, der Gebäudereinigung, dem Dachdecker- und Malerhandwerk sowie der Land- und Forstwirtschaft“, sagt Wechselbaum.

Die Gewerkschaft vertritt die Interessen von rund 58.000 Bauarbeitern und 32.000 Reinigungskräften zwischen Emsland und Cuxhaven, zwischen Norderney und Osnabrücker Land. Christian Wechselbaum, der vom Niederrhein stammt, ist seit zwölf Jahren gewerkschaftlich in der Region unterwegs. In Bremen und zuletzt in Oldenburg arbeitete der gelernte Industriekaufmann für die Gewerkschaft NGG. Seine Erfahrungen etwa im Bereich der Lebensmittelindustrie will Wechselbaum, der auch Wirtschaftsjurist ist, jetzt unter anderem in die Agrarindustrie einbringen – ein „großer Player in der Region“.

Besonders viel zu tun gebe es derzeit in der Gebäudereinigung, erklärt der neue Regionalleiter: Viele Reinigungsfirmen legten ihren Beschäftigten aktuell schlechtere Arbeitsverträge mit weniger Urlaubstagen und gestrichenen Zuschlägen vor. „Als IG BAU werden wir nicht hinnehmen, dass ausgerechnet denen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen, auch noch das Nötigste genommen wird.“

Zu Wechselbaums Schwerpunkten zählt auch die Jugendarbeit. „Gerade in kleinen Handwerksbetrieben müssen wir wieder dahin kommen, dass Azubis mit dem Ausbildungsvertrag den Aufnahmeschein für die Gewerkschaft ausfüllen. Aber auch an der Uni lohnt eine Mitgliedschaft. Denn nach dem Studium sind schließlich 80 Prozent der Akademiker abhängig beschäftigt“, betont Wechselbaum. Ob es um Digitalisierung, befristete Verträge oder Stimmungsmache von rechts gehe – die IG BAU werde heute genauso sehr gebraucht wie vor 150 Jahren, als sich Bauarbeiter das erste Mal in Deutschland gewerkschaftlich organisiert haben.

Außerdem müsse es darum gehen, die IG BAU für junge Menschen attraktiver zu machen. „Entscheidende Themen sind hier die Arbeitszeitsouveränität und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Für junge Eltern muss hier viel mehr passieren“, so Wechselbaum weiter.

Nicht zuletzt will er sich in politische Debatten in Bremen und Niedersachsen einmischen: „Für die Beschäftigten steht viel auf dem Spiel. Von bezahlbaren Mieten über die Eindämmung prekärer Jobs bis hin zur Zukunft der Rente – die IG BAU wird bei all diesen Themen ein Wort mitreden.“

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