Zoos leisten wertvolle Bildungsarbeit

Foto: Franz Frieling
Foto: Franz Frieling

VdZ untersuchte pädagogische Angebote der 71 Mitglieder

Moderne zoologische Gärten erfüllen ihren gesetzlichen Bildungsauftrag mustergültig. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Verband der Zoologischen Gärten erstmals zusammen mit seinen
Mitgliedern durchgeführt hat. „Unsere Untersuchung belegt, dass unsere Tiergärten und Zoos zu den bedeutendsten außerschulischen Lernorten im Naturbereich gehören“, sagt Dr. Julia Kögler,
stellvertretende Geschäftsführerin des Verbandes. „In einer Gesellschaft, die sich immer weiter von der Natur entfernt, gewinnt die einzigartige Kombination von emotionalem Wildtiererlebnis und Bildung stetig an Wert.“

So haben im Jahr 2018 mehr als 1,2 Millionen Menschen die Chance genutzt und eines der speziellen 171.426 Bildungsangebote eines VdZ-Mitglieds genutzt. Dazu zählen unter anderem Führungen, Vorträge und informelle Bildungsangebote auf dem Zoogelände. In diesen Werten nicht enthalten sind die vielen Menschen, die bei fast 100.000 kommentierten Fütterungen dabei waren: Ihre Zahl lässt sich aus logistischen Gründen nicht genau ermitteln.

Im Tierpark Nordhorn besuchten alleine mehr als 15.000 Erwachsene und Kinder aus Deutschland und den Niederlanden mehr als 750 Gruppenangebote der Zooschule.

Zooschulen fördern lebenslanges Lernen
Auch für die Bereicherung und Ergänzung unter anderem des Schulunterrichts etwa im Fach Biologie sind Zoos begehrte Anlaufpunkte. Mehr als 340.000 Menschen nahmen im vergangenen Jahr die formalen Angebote der Zooschulen an. Und auch die Erwachsenenbildung spielt eine wichtige Rolle: Mehr als 10.000 Lehrende, Studierende und Erzieher ließen sich im Jahr 2018 in einem VdZ-Zoo fortbilden.

Seit dem Bau der Nordhorner Zooschule haben sich die Lehrbedingungen für die Zoobegleiter deutlich verbessert. Zahlreiche Materialien und neuste Technik machen einen vielfältigen Zooschulunterricht möglich. So gibt es inzwischen viele Kooperationsschulen, die regelmäßig ihren Biologieunterricht aus der Schule in den Zoo verlegen.

Zoobildung vorrangig eigenfinanziert
Die Zoos des VdZ engagieren sich durchweg stark in der Bildungsarbeit. 97 Prozent von ihnen bieten Bildungsprogramme, die sich an Lernende (Kita-Kinder und Schüler, Studierende) richten; 85 Prozent der Verbandsmitglieder haben zudem Formate, die für Lehrende (Erzieher, Dozenten, Lehrer) gedacht sind. Im Durchschnitt sind in jedem VdZ-Zoo mehr als vier Vollzeitbeschäftigte (intern und extern) im pädagogischen Bereich tätig. Diese Bildungsleistung ist hauptsächlich eigenfinanziert. „Durch ihre pädagogische Arbeit leisten unsere Mitgliederzoos einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung nationaler Strategien für Bildung für nachhaltige Entwicklung, lebenslanges Lernen und den Schutz der Biodiversität“, sagt Dr. Julia Kögler.
Die Bildungsarbeit im Tierpark Nordhorn wird von der Biologin Ina Deiting seit 2014 hauptamtlich geleitet. Seit 2019 unterstützt Dr. Rebecca Schulte-Iserlohe die Zooschule als wissenschaftliche
Mitarbeiterin. Zum gesamten Team gehören zudem 11 Mitarbeiter die Bildungsprogramme innerhalb des Zoos durchführen, sowie 15 weitere Mitarbeiter, die als Grafschafter Naturschutzranger wertvolle Bildungsarbeit in den Natur- und Kulturräumen der Grafschaft Bentheim leisten.


Über den VdZ
Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V. mit Sitz in Berlin ist die führende Vereinigung wissenschaftlich geleiteter Zoologischer Gärten mit Wirkungsschwerpunkt im deutschsprachigen
Raum. Der 1887 gegründete VdZ ist der weltweit älteste Zoo-Verband und gab den Anstoß zur Gründung des Weltzooverbandes (WAZA). Aktuell gehören zum VdZ 71 Mitgliedszoos in  eutschland, Schweiz, Österreich und Spanien. Zu den Schwerpunkten des VdZ gehören die Vertretung der Mitgliederinteressen, die Kommunikation und Kooperation mit Behörden, Politikern,  Wissenschaftlern, Verbänden und den Medien. Weiterhin unterstützt der Verband Natur- und Artenschutzprojekte, sowie Bildung und Forschung in Zoos.

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